Mit dem Wohnmobil durch Montenegro – unsere Reiseroute
Reiserouten durch Montenegro
Im nachfolgenden Blogpost findest du unsere detaillierte Reise durch Montenegro. Wir haben uns 30 Tage Zeit genommen, um dieses atemberaubende Land zu entdecken. Und was sollen wir sagen? Wir sind zutiefst davon beeindruckt. Montenegro mit dem Wohnmobil ist definitiv eine Reise wert.
Die Stellplätze haben wir mit Hilfe von Google Maps und Park4Night gefunden. Wir sind teilweise auch einige Tage an den Plätzen geblieben, um die Reise zu verarbeiten und vor dem schlechten Wetter zu flüchten.
Wir haben Montenegro im Oktober 2023 besucht, und das Wetter war mal gut und mal schlecht. Von sonnigem Wetter bis hin zu Regen, Sturm und Gewitter war alles dabei. Prüfe, bevor du die Stellplätze anfährst, immer zuerst das Wetter.
Vorweg möchten wir noch kurz aufklären. Wenn wir von Stellplätzen sprechen, dann sind dies für uns Parkplätze, an denen wir unseren Van abstellen. Diese haben oft keine Infrastruktur, sprich keine Toilette, Dusche oder Strom. Es handelt sich um inoffizielle Plätze. Das Freistehen in Montenegro ist offiziell nicht erlaubt, wird jedoch toleriert. Wir übernehmen keine Garantie für allfälliges Bußgeld und setzen auf Eigenverantwortung.
Unsere Route haben wir in drei Teilrouten aufgeteilt, um dir einen besseren Überblick zu geben.
Reisebericht und Route 1: Einreise und Durmitor Nationalpark
Die Einreise verlief reibungslos. Wir sind von Kroatien nach Montenegro eingereist und wurden an der Grenze nicht kontrolliert.
Unser erster Stellplatz ist in Crkvice (A). Crkvice hält den Rekord für den Ort mit dem höchsten durchschnittlichen Jahresniederschlag auf dem europäischen Kontinent. Aufgrund seiner geografischen Lage im Bergland von Montenegro erhält Crkvice im Durchschnitt mehr Niederschlag als jeder andere Ort in Europa. Der Ort Crkvice hat eine spannende Geschichte. Nach den Aufständen von 1869 und 1881/1882 starteten die Österreicher-Ungarn ein enormes Bauprogramm, um das Karstgebiet oberhalb von Risan zu sichern. In der Region des Crkvice-„Kessels“, einer riesigen Karstsenke auf einer Höhe von 1100 m über dem Meeresspiegel, wurden zwei Festungen (Kom und Stražnik), ein großer Komplex aus Kasernen und Ställen, ein Krankenhaus, eine Bäckerei, eine Kirche, eine Kantine und viele andere Einrichtungen errichtet, sogar eine Standseilbahn und Tennisplätze für die Offiziere. Während des Ersten Weltkriegs bestand das Crkvice-Lager aus etwa 6.500 Soldaten, die oft ihre Familien mitbrachten, sodass die Bevölkerung auf 10.000 anwachsen konnte. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs sind die meisten Spuren dieses österreichisch-ungarischen Erbes verschwunden, und die alten Militärgebäude wurden dem Verfall überlassen.
Die zweite Nacht verbringen wir in der Nähe eines Waldes bei einem Pfadfindercamp in Grahovo (B). Aktuell findet dort kein Lager statt, wahrscheinlich eher im Sommer.
Von da aus fahren wir weiter nach Niksic und tanken Wasser. Der nächste Stellplatz liegt auch wieder abseits der Straße in Jasenovo (C). Dort bleiben wir einige Tage.
Weiter geht es nach Pluzine (D) zum Kloster Piva. Das Kloster Piva in Montenegro, gegründet im 16. Jahrhundert von orthodoxen Mönchen, beeindruckt durch seine majestätische Lage entlang des Piva-Flusses in einer malerischen Schlucht des Balkans. Die architektonische Pracht der Kirche, mit kunstvollen Fresken und Ikonen, harmoniert mit der mystischen Atmosphäre der umgebenden Piva-Schlucht. Trotz wiederholter Zerstörungen und Wiederaufbauten trotzt das Kloster den Herausforderungen der Zeit. Die Mönche bewahren nicht nur die religiöse Tradition, sondern auch die Geschichten vergangener Generationen. Eine Besichtigung des Klosters bietet nicht nur einen Einblick in die religiöse Geschichte, sondern ermöglicht auch die Erfahrung der Schönheit der montenegrinischen Natur. Das Kloster Piva bleibt ein spirituelles Zentrum, das Besucher durch seine Geschichte, Spiritualität und die beeindruckende Natur Montenegros fasziniert. Und da dort nichts los war, haben wir uns getraut auf dem Parkplatz zu Schlafen. Am nächsten Morgen haben wir dort noch Wasser getankt.
Weiter geht es in den Durmitor Nationalpark (E). Ein Nationalpark, der uns beeindruckt hat. Der Eintritt in den Park kostet fünf Euro pro Person und drei Euro für die Übernachtung. Einen offiziellen Wohnmobilstellplatz gibt es nicht. Es gibt jedoch diverse Buchten neben der Straße, an denen man schlafen darf.
Der Durmitor Nationalpark ist recht groß. So gibt es dort auch einen See, den Schwarzen See (F). Ein offizieller Stellplatz wird dort zur Verfügung gestellt. Der Stellplatz kostet drei Euro pro Nacht (Strom plus zwei Euro) und der Eintritt in den Nationalpark, um den Schwarzen See zu sehen, fünf Euro pro Person. Zum Schwarzen See haben wir einen eigenen Blogpost geschrieben (zum Blog).
Vom Schwarzen See im Durmitor Nationalpark fahren wir weiter zum Riblje jezero in Novakovici (G). Dieser See befindet sich nicht mehr im Nationalpark. Dort verbringen wir einige ruhige Tage.
Da das Wetter schlecht wird, wir Wäsche waschen müssen und Zeit zum Verarbeiten brauchen, entscheiden wir uns, ein Airbnb zu mieten. Als wir durch Montenegro bzw. durch den Durmitor Nationalpark gefahren sind, haben wir überall Tiny Häuser gesehen, und so eins wollen wir mieten. Gesagt, getan in Zablijak (H) haben wir eins gefunden.
A Crkvice : N 42° 33′ 50″ E 18° 37′ 54“
B Grahovo: N 42° 38′ 42″ E 18° 40′ 5
Wasser Niksic: N 42° 45′ 35″ E 18° 56′ 20″
C Jasenovo: N 42° 54′ 23″ E 18° 57′ 1″
D Pluzine: N 43° 6′ 37″ E 18° 49′ 6“
E Durmitor Nationalpark: N 43° 7′ 39″ E 18° 59′ 17″
F Zabljak, Durmitor Nationalpark, Schwarzer See: N 43° 9′ 5″ E 19° 6′ 11″
G Novakovici: N 43° 5′ 32″ E 19° 9′ 11″
Willst du dir unser Youtube Video anschauen?
Zu jedem Blogbeitrag nehmen wir dich hautnah in Farbe und Ton mit auf unsere Reise. Steig ein und lass dich entführen.
Reisebericht und Route 2: Biogradska Nationalpark bis Kotor
Diese Route startet in Zabljak. Über die Straße P4 fahren wir in Richtung des Biogradska Nationalparks. Unsere erste Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz, dem Camp Rabrenovic (A). Was uns hier ein wenig erstaunt, ist, dass es keine Schwarz- oder Grauwasserentsorgung gibt. Schwarzwasser wird in das normale Klo geleert, und das Grauwasser kann man einfach ablaufen lassen. Schon speziell. Wir blieben eine Nacht, haben 15 Euro bezahlt und am nächsten Tag, bevor wir weiterfuhren, noch Wasser getankt.
Wir fahren weiter in den Biogradska Nationalpark (B) und finden unseren Traumstellplatz auf einer Wiese umgeben von wilden Pferden. So etwas Schönes haben wir noch nie erlebt. . Was wir dir jedoch raten möchten: Pass auf das Wetter auf. Da der Stellplatz über 2000 Meter über dem Meeresspiegel ist, kann sich das Wetter schnell ändern.
Von da an fahren wir weiter, auch wieder in die Natur. Wir finden einen wunderschönen Stellplatz mit unglaublichem Panorama, Katan Vulica (C). Auch dort raten wir dir, schau dir vorher das Wetter gut an.
Nun fahren wir Richtung Podgorica und wollen Pizza essen gehen. Dafür eignet sich die Pizzeria am Flughafen von Podgorica (D). Erstklassige Pizza kannst du dort essen, und obendrein darfst du auf der Wiese schlafen. Eine Dusche und eine Toilette kannst du auch nutzen, sowie Wasser tanken kannst du auch.
Am nächsten Tag fahren wir weiter und besuchen das Kloster Ostrog (E). Schau dir dies unbedingt an, wenn du in Montenegro bist. Es ist einen Besuch wert. Geschlafen haben wir auf dem Parkplatz. Zu unserer Zeit, also in der Nebensaison, war nicht viel los. Eine Möglichkeit Wasser zu tanken, besteht auch.
Von da aus fahren wir einmal quer durchs Land zu unserem altbekannten Stellplatz beim Pfadfindercamp in Grahovo (F).
Die nächste Route führt an Kotor vorbei und an der Küste entlang.
A Camp Rabrenovic: N 42° 58′ 15″ E 19° 32′ 5“
B Biogradska Nationalpark: N 42° 50′ 50″ E 19° 40′ 30“
C Katan Vulica: N 42° 42′ 15″ E 19° 40′ 37“
D Pizzeria Flughafen Podgorica: N 42° 24′ 59″ E 19° 17′ 7“
E Kloster Ostrog: N 42° 40′ 31″ E 19° 1′ 39“
F Grahovo: N 42° 38′ 42″ E 18° 40′ 5
Reisebericht und Route 3: Küste bis Podgorica
Diese dritte Route startet in Kotor. Wir erkunden diese malerische Stadt und haben dazu einen eigenen Blogpost verfasst (Link Blogpost). Unseren Van haben wir sicher auf einem naheliegenden, bewachten Parkplatz geparkt: Kotor Stadtparkplatz (A). Die Parkgebühren liegen bei 3 Euro pro Stunde oder 20 Euro für eine Übernachtung. Die Übernachtung ist nicht ganz so schön, aber nah an der Stadt, und es ist spannend zu sehen, wie das Nachtleben am Hafen ist. Man hat nämlich einen direkten Blick auf den Hafen von Kotor. Laut Parkwächter und Betreiber sei der Parkplatz im Sommer ziemlich voll. Verschiedene Busse, die die Passagiere von den Kreuzfahrtschiffen herumfahren, parken ihre Busse auch dort. In der Nebensaison, also im Oktober, war es für uns kein Problem, einen Parkplatz zu finden.
Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Sveti Stefan. Die Insel kann man leider nicht mehr besuchen, dafür haben wir einen schönen Stellplatz auf einem kleinen Hügel gefunden, Denasi (B). Bei Wind kann es jedoch ziemlich stürmisch sein, also lieber einmal mehr die Lage checken.
Nachdem wir am nächsten Tag in Sutomore Wasser getankt haben, fahren wir weiter nach Ulcinj (C) an den Strand. Dort gibt es auch eine Möglichkeit, Wasser zu tanken. Wir bleiben einige Tage. Denn wir haben festgestellt, dass es an der Küste entlang nicht ganz einfach ist, Stellplätze zu finden. Zum einen ist vieles verbaut, was wir auch völlig verstehen, und zum anderen sei es laut Kommentaren auf Park4Night nicht ganz sicher, da viele Einbrüche stattfinden. Viele Campingplätze haben zu unserer Zeit leider schon geschlossen.
Von unserem schönen Stellplatz am Strand fahren wir weiter zum Skutarisee und finden dort einen schönen Platz: Parkplatz am Ende des Deiches (D).
Von da aus fahren wir wieder Richtung Podgorica und übernachten auf einem alten Basketballfeld (E). Am Abend bekommen wir sogar noch Besuch von einer Herde Esel.
Wir sind schon ein wenig länger unterwegs und haben gefühlt ewig keine Wäsche mehr gewaschen. Das ändert sich nun. In Podgorica haben wir eine Wäscherei gefunden. Für 16 Euro lassen wir unsere gesamte Wäsche waschen, trocknen und falten, und das war echt viel Wäsche. Nach nur 8 Stunden können wir sie wieder abholen.
Anschließend tanken wir noch Wasser.
Als Abschluss unserer Montenegroreise besuchen wir nochmals die Pizzeria am Flughafen von Podgorica (F) und schlagen unsere Bäuche mit einer leckeren Pizza voll.
Von da aus fahren wir am nächsten Tag über die Grenze nach Albanien.
A Kotor Stadtparkplatz: N 42° 25′ 18″ E 18° 45′ 54″
B Stellplatz Denasi mit Blick auf Sveti Stefan: N 42° 15′ 29″ E 18° 54′ 5“
Wasser Sutomore: N 42° 8′ 50″ E 19° 2′ 24″
C Ulcinj Strand: N 41° 53′ 55″ E 19° 16′ 46“
D Parkplatz am Ende des Deiches: N 42° 5′ 6″ E 19° 22′ 34″
E Parkplatz auf Basketballfeld mit Eseln: N 42° 21′ 1″ E 19° 7′ 22″
Wäsche waschen lassen in Podgorica: N 42° 25′ 15″ E 19° 14′ 60“
Wasser tanken: N 42° 23′ 40″ E 19° 8′ 44“
F Pizzeria Flughafen Podgorica G: N 42° 24′ 59″ E 19° 17′ 7“
Das sind nun unsere drei empfohlenen Routen durch Montenegro. Wenn du Fragen hast, zögere nicht und stell sie uns.
Bitte beachte, dass dies meist Plätze zum Freistehen sind. Freistehen ist laut Gesetz in Montenegro nicht erlaubt, wird jedoch toleriert. In der Nebensaison scheint es kein Problem zu sein, so haben wir die Erfahrung gemacht. Wie es in der Hauptsaison aussieht, wissen wir nicht. Wir übernehmen keine Garantie für die angegebenen Stellplätze. Diese sind lediglich unsere Empfehlungen.
In diesem Sinne wünschen wir dir gutes Gelingen bei der Planung deiner Reise und vor allem viel Spaß in Montenegro. Ein Land, das uns durch seine Schönheit umgehauen hat.
Danke für deine Zeit.
In Liebe,
Patricia und Simon
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